Review: „Batgirl – Das erste Jahr“ (2024)

Wenn es um Batgirl-Comics geht, kommt wohl niemand an dieser großartigen Interpretation ihres ersten Jahres vorbei!

Review: „Batgirl – Das erste Jahr“ (1)

Enthaltene Titel:
Batgirl – Das erste Jahr / Batgirl: Year One #1-9

Autoren: Scott Beatty & Chuck Dixon
Künstler*in: Marcos Martín

Verlag: Panini
Seiten: ca. 228
Softcover: 24,00 €
Hardcover: 34,00 €
Status: abgeschlossene Einzelgeschichte

Erschienen am 21.12.2021

©Panini Comics Deutschland

Auch wenn Barbara Gordon nicht das erste Batgirl gewesen ist, bleibt sie wohl die populärste Inkarnation dieser Heldin in Gotham City! Und mit diesem Band bekommen Interessierte sozusagen ein Komplettpaket ihrer Anfänge!

Denn hier werden nicht nur ihre persönlichen Interessen und Schwierigkeiten illustriert, sondern auch ein großes Interesse des Autoren-Duos an weniger populären Gegenspielern des Batman offen dargelegt. Aber auch das ist zu relativieren, da Killer-Moth mittlerweile einen wichtigen Bestandteil der Comic-Geschichtsschreibung ausmacht! Gerade dieser (mittlerweile) Antiheld bekommt eine aufschlussreiche Darstellung in seinen ganz eigenen Anfängen spendiert.

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Diese Neuauflage von der großen Origin 2003 wurde uns dank Panini auch als Rezensionsexemplar zugespielt. Damit gehen gleich zwei Dankeschön an Panini! Das Erste für das Rezensionsexemplar und das Zweite dafür, dass dieses Sammelwerk überhaupt noch einmal in dieser hervorragenden Druckqualität neu aufgelegt wurde!

HANDLUNG

Barbara, die Tochter des bekannten James Gordon, „darf“ am Computer des GCPD (Gotham City Police Department) die Akten verwalten und ihrem renommierten Vater privat als Tochter auch Spiegeleier zubereiten. Und genau dabei soll es auch bleiben, meint zumindest der „besorgte“ James selbst. „Ein Detective, ja? Dafür hast du nicht mal die Mindestgrößte.“ Hört sich das für euch auch unfair an? Barbara sieht das ähnlich: „GUT!“ und verschwindet vom Frühstückstisch!

„Wo gehst du hin?“
„Du bist der Detective. Find’s raus.“

Die junge Frau kann es nicht mehr ertragen unter ihren Fähigkeiten zu leben. Sie möchte raus, etwas bewirken und zwar nicht vor einem Monitor. Ihre Kolleg*innen registrieren sie jedoch lediglich als „Beihilfe“ zur Verbrechungsbekämpfung. Oder schlimmer – als interessante Bibliothekarin. Ihr Vater möchte eben solche seichten Gewässer für seine Tochter für die Ewigkeit wissen und vergisst, dass sie dynamisch clever, athletisch gebaut und super neugierig ist. Die einzig logische Schlussfolgerung bleibt für sie, sich bei der Justice Society of America (JSA) anzumelden. Anonym. Gekonnt heimlich. Direkt in der Zentrale der JSA eine Nachricht hinterlassen. Ja – das kann „die Barbara“. Alles andere ist Geschichte. Und genau diese Geschichte wird hier so fulminant in die Panels gepresst, dass es spannender nicht sein könnte.

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Nachdem Barbara über die actionlastige Geschichte abgewiesen wird und ihren eigenen Weg finden muss, trotzt sie tatsächlich jedem Charakter mit einer jugendlichen Energie und Unkenntnis! Es ist großartig die Entwicklung der populärsten Batgirl begleiten zu dürfen. Dabei wird uns immer wieder gezeigt, wie die privaten Interessen und Problematiken sie in das Kostüm zwingen, da sie als Barbara völlig unterschätzt wird.

Bevor Batgirl mit dem dunklen Ritter kooperieren kann, gibt es einige Tiefen zu überwinden. Denn sie gerät als neue Vigilantin sehr schnell in dessen Fokus. Aber es kommt noch besser! Batman ist bereits in Gotham etabliert und hat sogar Robin (Dick Grayson) in die Verbrechensbekämpfung mit eingeflochten. Nun kommt der Kniff: Robin wird nicht müde sein Interesse an dem neuen Zuwachs der Batfamily im selbst genähten Kostüm deutlich zu machen. Herrlich plump. Direkt. Er ist auch der Erste, der sie „Batgirl“ tauft, was sie gar nicht leiden kann. Großartig.

WORT & BILD

Wie bereits erwähnt ist das anfängliche Zusammenspiel von Batgirl und dem damaligen Robin eine unheimliche Freude. Es ist nach einer so langen DC-Comics Historie abermals schön, auf die Anfänge einiger Charaktere zurückzublicken.

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Wir dürfen also einer Interpretation von Batgirl zuschauen, bevor THE KILLING JOKE (1988) einen immensen Einfluss auf die Figur hatte und dieser auch wieder (nicht nur 2011) revidiert wurde. Dieses Batgirl musste bereits so viel durchmachen und überwinden, dass es eine Wohltat ist, diesen Comic zu lesen. Wie konnte diese junge Frau eigentlich all diese Repressalien überstehen? Hier gibt es eine mögliche Antwort die besser nicht hätte illustriert werden können!

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Wenn der Panini-Verlag den Klappentext füllt, ist darin das ein oder andere Mal auch eine Übertreibung zu lesen. Aber hier MUSS ich einfach zustimmen! Denn dieser Band ist nicht eine Neuauflage, sondern Marcos Martín macht ihn zeitlos lesbar – immer! Dieser Comicband mit seinen Zeichnung verdient „…einen Ehrenplatz in jeder Comic-Sammlung…“

Review: „Batgirl – Das erste Jahr“ (6)

Dass die interessierten Leser*innen auch noch eine gut geschriebene Entstehungsgeschichte zu Killer-Moth bekommen ist schmückendes Beiwerk, aber nicht minder interessant. Wie sich beide Anfänger*innen zu Batman & Robin zu positionieren versuchen, ist großartig inszeniert und zieht sich über alle Kapitel hinweg. „Batgirl weiß das nicht. Sie ist noch neu.“ Doch die wahre Freude kommt auf, wenn Batman selbst eingreift und seinen Robin maßregelt.

„Ich hatte recht. Batman ist reich. Und womöglich leicht irre.“

Ja, diese junge Vigilantin ist neu, aber eben auch talentiert. Toll geschrieben von Scott Beatty und Chuck Dixon, gibt dennoch Martín den letzten Schliff! Aber die geschriebenen Monologe zu Barbara/Batgirl sind so lobenswert, weil sie so viel freier, emotionaler und auch impulsiver als die von Batman sind. Hier scheint ein Künstler-Team die Figur Batgirl absolut verstanden zu haben.

FAZIT

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Dieser neu aufgelegte Sammelband könnte besser nicht sein! Wollt ihr eine Interpretation von Batgirls Stärke, Zweifel und Hingabe lesen – dann tut es jetzt! BATGIRL – DAS ERSTE JAHR gibt euch alles was ihr braucht! Für lediglich 24 Euro bekommt ihr einen Leckerbissen aus der feinsten DC-Küche! Mit dem kommenden Film kann sich „eigentlich“ niemand besser vorbereiten! Hier gibt es auch Einblicke in andere Charaktere, die ich nicht gebraucht, aber dankbar angenommen habe. Gut geschrieben, gut illustriert und zu unserem Glück nochmal aufgelegt! Absolute Kaufempfehlung!

Es gibt allerdings einen halben Bat-Head weniger, weil die Rhythmik der Erzählung meiner Meinung nach, auch damals, anders orchestriert hätte werden sollen. Dennoch: Müsst ihr haben! Legt ihr noch einen halben Bat-Head drauf oder seid ihr kritischer? Lasst es uns wie immer freundlich und respektvoll wissen!

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4 ½ von 5 Bat-Heads

Anmerkung: Im Nachgang ist aufgefallen, dass diese wunderbare Batgirl Erzählung Teil der Eaglemoss DC-Collection ist. Der entsprechende Band 33 ist bei Panini besonders günstig zu haben.

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